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Fahrradtour nach Norderney  


 

Fahrradtour nach Norderney
 


Tim und ich fahren mit dem Fahrrad nach Norderney. Am 20. Juni 11:00 Uhr geht's los! Ich versuche euch auf dem laufenden zu halten.



Wir sind gestartet:

14:56 Uhr

wir sind nun endlich los gekommen mit vierstündiger Verspätung!

Und einen großen Regenschauer...

Die Bergetappe ist geschaftt und der Fahrer des "Schwertransportes" nicht weniger.

 

Nach einer etwas längeren Fahrt ,einigen Steigungen und einem Regenschauer sind wir am späteren Abend in Hüde am DümmerSee eingetroffen, wo wir nach kurzer Suche auch gleich eine Übernachtungsmöglichkeit finden.


Sonntagmorgen:

Nach einem fürstlichen Frühstück und einem kurzen Verdauungsspaziergang zum Hafen machen wir uns gegen halbzwölf wieder auf den Weg und fahren den Radweg direkt am Ufer des Dümmer Sees entlang Richtung Diepholz.

aufgrund der ersten schweren Etappe und eines 75 Kilo Anhängers, beschließen wir es etwas ruhiger angehen zu lassen und fahren nur den Campingplatz Hunte- See an.

Kurz vor dem Ziel erwischt uns dann noch ein ordentlicher Schauer, dem wir allerdings ein Schnippchen schlagen und in eine äußerst geräumige Bushaltestelle flüchten.

Nach 10 Minuten geht es dann auch schon weiter und wir erreichen den Campingplatz.

Unter einer großen Weide bauen wir unser Zelt auf und genießen noch den Sonnenuntergang, s.u.

Die Nacht wird dann doch ziemlich frisch, aber dank polartauglicher Ausrüstung kein Problem für uns.

(Aufgrund der Nachfrage sind alle Fotos die wir bisher gemacht haben im Fotoarchiv zu sehen, allerdings erst beim nächsten Hotspot, da diese nicht bei jedem MCD funktionieren).



Montag:

Heute morgen so um halb acht, hat die Sonne, die sich gestern die meiste Zeit hat lumpen lassen, knusprige 27 Grad in unser Zelt gezaubert.

 

 

Nach einem kleinen Frühstück starten wir so gegen halb zwölf in Richtung Vechta.

Wir beschließen, heute mal wieder ein paar Kilometer mehr zu machen. Allerdings zieht sich das Vorankommen ziemlich in die Länge, da wir mit erheblichem Gegenwind zu kämpfen haben.

Zwischendurch steuern wir noch einen Lidl an, um Lebensmittel zu bunkern.

Als wir dann merken, daß unser eigentliches Etappenziel unter diesen meteorologischen Umständen heute nicht zu schaffen ist, suchen wir uns flugs einen anderen Campingplatz und bereiten die Betreiber schon mal auf ein verspätetes Eintreffen unsererseits vor.

Wir erreichen den Platz gegen 23:30 h auf dem letzten Loch pfeifend und haben damit an diesem Tag satte 108 km abgespult.



Dienstag:

Die körperlichen "Begleiterscheinungen" von gestern machen uns die Entscheidung leicht, eine weitere Nacht auf diesem Platz zu bleiben und mal einen Waschtag

einzulegen, um Mensch und Material auf Bestform zu trimmen.

Um die Sache rund zu machen, gönnen wir uns noch einen Grillabend vorm Zelt und einen guten Wein.


Mittwoch:

Heute starten wir (für unsere Verhältnisse) früh.Gegen 10:00 h machen wir uns vom Platz.

Gestern hatten wir uns noch eine Tube Sonnencreme mit LSF 30 besorgt, die heute, dank strahlendem Sonnenschein rege zum Einsatz kommt.

Wir hatten uns vorgenommen heute bis Norddeich zu kommen.

Nach ca. 30 km aber bekommt Aaron es mit Knieschmerzen zu tun, die im weiteren Verlauf immer stärker werden.

So beschließen wir, um nichts "anbrennen" zu lassen, den näher gelegenen Campingplatz Südbrookmerland anzusteuern.

Der Platzwart weist uns einen Stellplatz mit kurzen Wegen zu den wichtigen Einrichtungen (Toilette, Dusche, Imbiss) zu und stiftet noch eine Tube Schmerzgel, da die nächstgelegene Apotheke ca. 10 km entfernt ist und schon lange geschlossen hat.

So beenden wir den Tag nach einer kleinen Übungsrunde in "Erste Hilfe"in der Imbissstube am Platz bei einem netten Abendessen und einem kühlen Bierchen.


Donnerstag:

Heute schaffen wir´s. Es sind nur noch 24 km bis Norddeich-Mole. Da mein Knie immer noch schmerzt, behelfen wir uns, in dem Tim für uns beide radelt!. Ich kann mein Knie belasten, jedoch ist eine dauerhafte Kreisbewegung ist mit solchen Schmerzen verbunden, daß ich die Fahrt jedes Mal wieder einstellen muss. Endlich geschaft !!! Wir sind an der Fähre. Entspannt bei einer Tasse Kaffee und Tee genießen wir das Übersetzen. Wenige Kilometer trennen uns nun nur noch von unserem Etappenziel. Wir steuern den nächstgelegenen Campingplatz nahe des Stadtzentrums (nur ca. 1 km). Kurz bevor die Rezeption schließt, bekommen wir noch eine Stellplatz. Müde und abgekämpft stoßen wir in einem kleinen gemütlichen Restaurant auf unseren Etappensieg an.


Freitag:

nach einem gemütlichen Frühstück fangen wir an die Insel zu erobern. Da ich als Kind schon einmal hier war können wir uns ziemlich gut orientieren.

Doch 15 Jahre sind nicht spurlos an Norderney vorbeigegangen viele neue schöne Plätze sind entstanden.

Heute Nachmittag fahren wir die einzelnen Campingplätze an um noch einen attraktiveren Platz Ausschau zu halten. Bei dieser Gelegenheit fahren wir auch am Flugplatz und Leuchtturm vorbei.Wir entschließen uns aber auf unserem Campingplatz zu bleiben da er näher an der Stadt liegt. Anschließend decken wir uns noch mit einem leckeren Weißwein ein, um zum Ausklang des Tages uns noch einen zu genehmigen.


Samstag:

ein wunderschöner Tag zum abhängen Wir starten heute mal keineAktion. Nach dem Frühstück relaxen wir noch ein bisschen in der Sonne und fahren danach in die Stadt zum Shoppen.

Am Abend entscheiden wir in dem Restaurant auf dem Campingplatz zu essen. Es gibt (na, was wohl?) Fisch!


Sonntag:

Nachdem es nachts geregnet hat, stellen wir am Morgen erleichtert fest, daß die Sonne alles schon wieder getrocknet hat und wir unter blauem Himmel frühstücken können.

Am Mittag nehmen wir den Bus und fahren in die Mitte der Insel, um in einer Strandsauna, die an einem FKK-Strand gelegen ist, mal richtig ins Schwitzen zu kommen-genial!

Zur Abkühlung folgt dann ein kurzer Sprung ins Meer, das überraschenderweise gar nicht soo kalt ist, wie wir vermutet haben (19 Grad).


Montag:

Heute steht bei uns eine Wattwanderung auf dem Programm.

Wir fahren mit dem Rad zur Norderneyer Grundschule, wo wir den Bus besteigen, der uns in die Nähe des Leuchtturmes bringt,wo die Wanderung beginnt.

Birgit unsere Wattführerin ist ein original friesischer Klopper und mörderisch gut drauf.

Mit Nachnamen heißt sie Jansen, was, wie sie sagt, wohl so eine Art Sammelbegriff sei, da hier jeder dritte so heißt.  ;-)

Wir lernen eine ganze Menge über den Lebensraum Wattenmeer und nachdem die Füße wieder sauber sind, bringt uns der Bus zurück.

Wir bummeln ein bisschen durch die Stadt und gehen dann am Nachmittag ins Badehaus, das örtliche Wellenbad.

Am Abend besuchen wir dann im Conversationshaus einen Diavortrag über die 7 ostfriesischen Inseln und sind am Ende des Tages ziemlich geplättet.


Dienstag:

Nachdem wir, angesichts des anstrengenden Tages gestern lange ausgeschlafen haben, fahren wir am Mittag zum Hafen und starten zu einem Halbtagestrip mit dem Schiff nach Juist.

Da wir noch auflaufendes Wasser haben und eine Sandbank im Weg ist, fährt sich, trotz Fahrwassermarkierungen das Schifffest.

Nach eienr kurzen Vollgasattacke geht es dann auch schon wieder weiter, so dasss wir um 15 Uhr auf Juist ankommen.

Wir mieten uns zwei Fahrräder und starten in Richtung Flugplatz, wo ich(Tim) in den 80er Jahren mehrmals zum Segelfliegen war - ein komisches Gefühl nach 22 Jahren mal wieder dort zu sein.

Wir cruisen dann noch ein wenig über die Insel, bis wir um 18 Uhr die Fahrräder wieder abgeben müssen.

Den Rest der Zeit schlendern wir noch durch das Hauptdorf, das auf Juist ja sehr übersichtlich ist.

Am Abend, zurück auf unserem Campingplatz, sortieren und packen wir unsere Brocken, um morgen früh Richtung Heimat starten zu können.


Mittwoch:

Mit dem "früh" hat es nur bedingt geklappt - wir haben verschlafen, allerdings nicht soo gravierend, so daß wir die Fähre um 8:15 h noch kriegen.

Ganz entspannt rollen wir auf die Rampe, Fahrkarte lochen, Gespanne parken und das Frühstück im Bordrestaurant kann kommen.

So gegen 9:00 h starten wir unsere 1. Etappe in Norddeich-Mole.

Unser heutiges Ziel ist der Thulsfelder Stausee.

Zunächst kommen wir fix voran, was allerdings nach den ersten 50 km etwas nachlässt, da wir ziemlich warmes Wetter haben. So kommen wir dan auch auf ca. 6 Liter Flüssigkeitskonsum pro Nase.

So gegen 21 Uhr haben wir es geschafft - 108 km und sind es selbst auch.

Nach einem netten Empfang durch den "Campingchef" bauen wir das Zelt auf und steuern die dringend nötige Dusche an.

Völlig erledigt kriechen wir ins Zelt und schlafen sofort ein.


Donnerstag:


Die Nachtruhe währt nicht all zu lange, denn um ca. halb acht knallt die Sonne so auf's Zelt, daß wir nur noch die Holzbänke hätten reinstellen und den Aufguß hätten machen müssen.

Als dann auf dem benachbarten Stellplatz eine Autoalarmanlage losheult, weil der Besitzer der Blechkalesche verzweifelt versucht seinen Frieden mit der Zentralverriegelung zu machen, ist es mit der Ruhe endgltig vorbei.

So stehen wir dann gezwungenermaßen auf und frühstücken.

Besser als Frühstücks-TV ist dann aber die Show, die der ADAC liefert, in dem er versucht das zickige Mobil wieder ans laufen zu kriegen.Kurz nachdem der Gelbe Engel erfolglos abgerückt ist, rollt ein ebenfalls gelber LKW auf unseren Platz, um nun den streikenden Stern mit Rädern endgültig einer kompetenten Werkstatt zuzuführen.

Als die Show vorbei ist, packen wir unsere Sachen und machen uns auf Richtung Dümmer See

Heute wird es dann richtig warm, nachdem wir bei Abfahrt so gegen elf Uhr schon an die 26 Grad haben.

Also Sonnencreme drauf und Abfahrt.

Die heutige Etappe wird 63 km lang und die Temperatur steigt im Laufe des Tages auf 32 Grad, so daß wir immer wieder unsere Wasserflaschen füllen müssen, da das Wasser nur so weg geht.

15 km vorm Ziel kommt uns die Idee einen Grillabend einzulegen. So besorgen wir uns in einem Supermarkt an der nächsten Ecke einen Einweggrill und die nötigen Zutaten.


 

Freitag:

Der Tag beginnt für uns wieder in aller Herrgottsfrühe, da die Sonne wieder alles gibt und man es schon um halb neun im Zelt nicht mehr aushalten kann. Selbst der Fluchtversuch unter die Luftmatratze bringt nur eine halbe Stunde Aufschub.

Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen, duschen noch einmal und starten Richtung Bielefeld.

Allerdings legt Petrus heute noch einen drauf und das Thermometer steigt auf 34 Grad, verbunden mit einer ziemlich ekelig hohen Luftfeuchtigkeit, so daß wir beide nach kurzer Zeit tropfen, wie Kieslaster.

Anders als auf dem Hinweg fahren wir diesmal etwas weiter westlich über das Wiehengebirge, was sich allerdings als Nachteil erweist, da hier die Steigungen ausgeprägter sind und sich ziemlich lange hin ziehen.

In Rödinghausen essen wir dann gegen halb vier „zu Mittag“. Währendessen braut sich im Südwesten eine Gewitterfront zusammen.

Wir packen alles Nässeempfindliche in die Rolltaschen und fahren weiter, in der Hoffnung, von dem Wetter nicht all zu viel auf die Mütze zu bekommen.

Am Hücker Kreuz passiert es dann: Bis dahin ohne nennenswerte technische Probleme gefahren, bricht an unserem großen Anhänger die Deichsel, als wir eine Kreuzung überqueren.

20 km vorm Ziel scheint die Reise ein jähes Ende zu haben, doch ein Anwohner, der den Vorfall beobachtet hatte, kommt aus dem Haus und fragt uns, ob er helfen könne. An dieser Stelle möchten wir uns noch nachträglich namentlich vorstellen, in der Hektik ist uns das irgendwie durchgegangen. Die Namen sind Aaron + Tim.

In dem Glauben, hier gestrandet zu sein, fragen wir, ob er nicht zufällig eine Werkstatt habe, um den Schaden reparieren zu können.

Er bittet uns in den Hof und öffnet einen Schuppen und wir können es kaum glauben…

Eben noch für unmöglich gehalten, hat er hier eine voll ausgerüstete Werkstatt und beginnt gleich mit der Reparatur.

Keine 20 min. später ist die Fuhre wider flott (der ADAC hätte es sicher nicht schneller gekonnt) und da er für die Hilfeleistung nicht mal etwas annehmen wollte, haben wir dann eine, auf Norderney selbst erstellte Postkarte signiert und überreicht.

Nachdem wir uns bedankt haben zieht es uns wieder auf die Straße, da es immer noch so aussieht, als würde uns das Gewitter doch noch erwischen.

Wir fahren zügig Richtung Jöllenbeck, wo sich unsere Wege dann eigentlich trennen sollten.

Dort angekommen beschließen wir in einer Eisdiele mit einem Erdbeerbecher auf die gelungene Tour anzustoßen und sie komplett zusammen zuende zu fahren. Das Gewitter hatte sich bis dahin wieder in Wohlgefallen aufgelöst so daß wir trocken bleiben.

Auf 2 Telefonate hin erwarten uns dann Sandra und Mechtild auf dem Hof der Overbergschule um den Zeieleinlauf mit uns zu celebrieren (den roten Teppich und die Blaskapelle haben wir allerdings weg gelassen ;-)

Um 21:10 Uhr treffen wir nach insgesamt 633 km wieder dort ein. Mensch und Material haben es, bis auf einige Wehwehchen und einige Flüche gut überstanden und wir sind zu der Überzeugung gekommen, daß man auf diese Art der Fortbewegung alles viel intensiver erlebt, man viele Leute kennen lernt und einem die unglaublichsten Sachen passieren können.

Wir werden bestimmt wieder bei nächster Gelegenheit eine ähnlich verrückte Aktion starten, eine Wanderung in den Alpen vielleicht ?

Aber wer weiß das schon so genau…